Mein aktuelles Leben in den USA: Bericht einer Reisebloggerin

Leben in den USA Header

Wie meinen letzten Beiträgen zu entnehmen, bin ich nun schon eine ganze Weile in den Vereinigten Staaten.
Nun ist es an der Zeit darüber zu berichten, was ich hier eigentlich mache und warum ich hier bin! Zudem möchte einfach ein wenig über das alltägliche Leben in den USA berichten.

Ich wünsche dir viel Spass beim Lesen meines Berichts über das Leben in den USA.

Leben in den USA – Warum bin ich eigentlich hier?

Das Ganze entwickelte sich schon in Neuseeland, wo ich meinen Freund kennengelernt hatte. Für ihn war klar, er geht zurück in die USA. Und für mich war klar: I will follow. Wenn auch nur für ein paar Monate, dann gehen wir in die UK, dachte ich – zurück nach Europa. Wie man sich das halt immer so schön vorstellt. Aber ersten kommt es anders und zweitens als man denkt.

Im September 2017 war ich zum ersten Mal für mehrere Monate in den USA. Vor allem in Chicago – unserer Homebase, in der wir eine Wohnung mieten.
Seit dem pendel ich alle 3 bis 4 Monate zwischen Deutschland und den USA hin und her.
Der Traum mit UK hat sich erstmal zerschlagen, da mein Freund noch immer auf seine Greencard wartet. Vorher gehts für ihn nirgendwo anders hin.


Wollte ich eigentlich in die USA?

Bis etwa zu meinem 16ten Lebensjahr, war ich Backstreet Boys Fan. Wer hätte es gedacht! 😉 Und bis dahin wollte ich immer in die USA. Vor allem wollte ich natürlich nach Orlando in Florida, den Jungs so nahe wie möglich sein. Zudem fand ich Orlando von den Bildern her irgendwie cool. Wolkenkratzer und dicke Autos, sieht man bei uns eben nicht alle Tage.
Heute bin ich froh, dass ich kein Backstreet Boys Fan mehr bin, denn Florida ist keine Option mehr für mich zum Leben. Das liegt mir einfach nicht.

Nach der BSB Zeit ist der Wunsch in den USA zu leben, immer mehr verflogen. Sicherlich wurde ich viel durch die Medien beeinflusst. Aber es gab auch einfach so viele andere Länder auf der Weltkarte, die ich interessant fand und besuchen wollte. Ich fand die USA zeitweise einfach nur protzig und großkotzig.

Mein tägliches Leben in den USA – Welt 1

Mittlerweile lerne ich dieses Land lieben. Das hat diverse Gründe.
Wie schon geschrieben, ist meine Homebase Chicago – meine Welt 1.
Während mein Freund aufgrund seines Consulting Jobs unter der Woche, innerhalb der USA hin und her reist, arbeite ich von zu Hause aus.
Ich habe einige deutschsprachige Kunden, für die ich diverse Sachen im Online Marketing erledige. Also meine Arbeit ist eigentlich nicht hier in den USA, sondern in Deutschland. Ich führe sie nur hier aus! 😉
Das richtige Arbeitsleben in den USA lerne ich so also nicht kennen, nur durch Erzählungen von Freunden und Freund.

Da wir eine Wohnung in Chicago haben, bin ich aber dennoch irgendwie in das normale Leben unter den Chicago Bürgern integriert. Ich gehe einkaufen, aus, ins Gym, nutze die Öffis oder Uber und mache das, was ich daheim in Deutschland auch so tun würde.

Leben in den USA - Train Chicago

Stadtbahn in Chicago

Chicago ist groß (die drittgrößte Stadt der USA), laut, voll und es gibt hier einfach alles. Das ist aber nicht der Grund, warum ich die Stadt mehr und mehr liebe.
Ich liebe es, weil ich merke, dass diese große Stadt allmählich überschaubar und greifbar für mich wird. Nichts hasse ich mehr, als mich verloren zu fühlen. Doch Chicago wird so allmählich zu meiner Stadt. Ich kenne die besten Cafes in meiner Nachbarschaft, weiß wie viel die Avocados im Marinos im Vergleich zum Trader Joes kosten, habe meine feste Laufstrecke am Lake Michigan, erkenne Gesichter immer mal wieder, habe meinen Lieblingsitaliener gefunden usw. Also alles Sachen, damit sich der normaler Städter heimisch fühlt. Das ist also Welt 1.

Leben in den USA - Laufstrecke Chicago

Meine Laufstrecke in Chicago

Mein tägliches Leben in den USA – Welt 2

Welt 2 ist die Welt meines Freundes – wenn ich mit ihm mitgehe auf seinen Reisen in diverse Städte der USA. Dann tauche ich in die Business und Hotelwelt ein, dann bin ich wieder ein Stück Touri.
Meistens machen wir das dann so, wenn wir am Wochenenden auch die Möglichkeit nutzen möchten, einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Stadt näher kennenzulernen.
Gerade jetzt, also zu der Zeit an dem ich den Blogbeitrag schreibe, bin ich in San Francisco, im Marriott Hotel – in Welt 2. Eine meiner besten Freunde ist gerade zu Besuch in der Stadt. Am Wochenende fliegen mein Freund und ich nach Portland. Wir wollen uns die Stadt anschauen und am Sonntag den Marathon (er) bzw. Halbmarathon (ich) laufen.


Welt 2 bedeutet auch viel zu fliegen. Um mit dem Auto von A nach B zu fahren, dafür ist dieses Land einfach viel zu groß.
Mittlerweile bin ich ein Pro im Fliegen. Ich fliege nicht selbst (haha) aber kaum zu glauben, dass ich mal Flugangst hatte. Ganz weg ist sie nicht, aber sie ist zu handeln.

Leben in den USA - arbeiten vom Hotel

Vom Hotelzimmer aus arbeiten

Welt 2 bedeutet eben auch in Hotels zu leben und von dort zu arbeiten. Das hat irgendwie auch so seine Vorzüge. Dennoch zieht es mich nach einer Woche wieder zurück nach Hause – in Welt 1, nach Chicago.

Mein Fazit nach mehr als einem Jahr Leben in den USA

Meine Vorurteile gegenüber den Amis nehmen täglich ab. Sicher gibt es Klischees die von der Mehrheit der Leute erfüllt werden. Bspw. das die Amis laut und redselig sind. Aber es stört mich nicht mehr so. Sie sind eben so. Genauso wie wir Deutschen das Klischee perfekt aufrechterhalten, ernst und organisiert zu sein.

Zu Beginn hatte ich immer gedacht, dass die Mehrheit der US Bevölkerung rassistisch sei und nur aus Rednecks besteht. Das lag vor allem daran, weil man so viel von der Gewalt auf die schwarze Bevölkerung hört und weil Trump zu der Zeit zum Presidenten gewählt wurde.
Aber das wird mal wieder durch die Medien so stark hochgezogen. Die Mehrheit der Bevölkerung ist nicht so. Die USA ist stark multikulturell. Mehr als wir Deutschen uns das teilweise vorstellen können. Denn Deutschland ist bei weitem nicht so multikulturell – nicht mal Berlin.

Leben in den USA - Chinatown

Chinatown in San Francisco

Was ich auch sehr zu schätzen weiß: man wird nicht verurteilt oder schräg angeschaut, wenn man mal was nicht ganz richtig macht oder sich etwas anders verhält als die Mehrheit der Bevölkerung. Kleine Fehler macht jeder Mal und hier kannst du einfach so sein wie du willst.

Die meisten Menschen sind nett und zuvorkommend. Schwätzen kurz mit dir und haben keine Berührungsängste. Das mag oberflächlich erscheinen aber ich empfinde es angenehmer als die gefühlt kalte Distanz, die teilweise in Deutschland und anderen Teilen Europas herrscht.

Ich will Deutschland nicht schlecht reden. Es gibt aber einfach Dinge, die mir hier eher zusagen. Genauso gibt es aber auch Dinge, die ich an Deutschland sehr zu schätzen weiß, die es hier so nicht gibt. So ist das eben. Ich denke wenn man das einfach akzeptiert und sich nicht daran stört, weiß man Vieles einfach mehr zu schätzen.

USA ist nicht gleich USA

Innerhalb der Staaten gibt es so viele kulturelle aber auch politische Unterschiede. Ein Typ aus New York hat mal zu mir gemeint, dass einen Kulturschock erlitten hatte, als er nach Texas gezogen ist. Zu der Zeit hatte ich beides noch nicht besucht und fand dieses Statement ziemlich überheblich. Heute weiß ich wovon er sprach.


Jedes Bundesland hat neben dem föderalen Gesetzen auch eigene Gesetze und Werte. Auch die Steuern sind unterschiedlich festgelegt. In Kalifornien zahlt man bspw. rund 7% State Tax auf alles, während man z.B. in Texas gar keine State Tax zahlen muss.
Während man in den Großstädten meist auf mehrheitlich liberale Bevölkerung trifft, findet man auf dem Land oder in kleinen Städten eher Republikaner. Aber auch das muss nichts Negatives heißen oder das die Menschen rassistisch sind. Das erwarten die meisten, da für uns Republikaner als rassistisch hingestellt werden. Wer tiefer in die Werte der Republikaner hinein schaut, wird sehen, dass dies nicht zwingend im Zusammenhang steht.
Aber genug zu Politik. Was ich mit diesen Beispielen beschreiben will, dass man die USA nicht als Gesamtkonstrukt bewerten sollte, da es eben so viele lokale Unterschiede gibt.

Hier habe ich mal eine Kollektion mit Impressionen aus meiner bisherigen Zeit in den USA zusammengestellt:

 

Ich für meine Teil, bin froh, dass ich aktuell hier sein kann und dass ich so meine über die Jahre aufgebaute Ablehnung gegenüber den USA mit der Zeit ablegen und mir ein realistisches Bild machen kann.
Ich bin dankbar für die Zeit die ich in diesem interessanten und vielfältigen Land verbringen kann.

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