Mein erstes Trailrunning über einen Grat – Mount Holdsworth in Neuseeland

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Neuseeland: das Land in dem auch meine Leidenschaft zum Laufen so richtig entflammt ist, das Land in dem ich meinen ersten Marathon gelaufen bin, das Land, dass man so einfach mit ein paar Laufschuhen und einem Rucksack erkunden kann.

Auf dem Mt Holdsworth – Jumbo Circuit, bin ich meinen ersten großen Trailrun gelaufen. Ich war danach stolz wie Bolle und habe mich extrem energetisch und wohl gefühlt.
In diesem Beitrag möchte ich dir daher von meinem ersten großen Trailrunning Abenteuer auf dem Mount Holdsworth – Jumbo Circuit berichten und warum mich Trailrunning so fasziniert.

Mt Holdsworth – Jumbo Circuit – worum gehts?

Trailrunning Mount Holdsworth - Karte

Hierbei handelt es sich um zwei Berge (Mount Holdsworth und Mount Jumbo) im Tararua Forest Park, die durch einen schmalen Grat miteinander verbunden sind. Der Grat ist nicht sonderlich abschüssig, doch fordert diese Strecke einiges an Konditionen. Besonders wenn man sie läuft!

Trailrunning Mount Holdsworth - Passüberquerung-2

Grat zwischen Mount Holdsworth und Mount Jumbo

Der Mt Holdsworth – Jumbo Circuit befindet sich etwa 1,5 Stunden nördlich von Wellington entfernt. Die Strecke ist 24 km lang und kann in 12 Stunden, bzw. als 2-3 Tage Multi-Day-Hike gewandert werden.

Auf dem Trail befinden sich 3 Hütten in die man einkehren kann. Die Tickets für die Übernachtungen in den Hütten können im DOC Besucherzentrum, von November bis April, gebucht werden.
Die Wege sind gut markiert bzw. dort wo sie nicht so ersichtlich sind, findest du die üblichen Wegmarkierungen.

Trainrunning Mount Holdsworth - Hütte

Powell Hut – Hütte Mount Holdsworth

Mt Holdsworth – Jumbo Circuit – Trailrunning

Trailrunning – Vorbereitung

Etwa 1,5 Monate vor diesem Lauf, bin ich in Wellington den Halbmarathon Cigna Round the Bays gelaufen. Auch nach dem Lauf waren mein Freund und ich recht aktiv und sind in Wellington die kleiner Trails zum Mount Victoria oder Mount Kaukau gelaufen. Wir waren also im Training. Und genau das erfordert ein solcher Trailrun auch.

Trainrunning Mount Holdsworth - Bereit

Am Morgen gegen 6 Uhr haben wir uns auf dem Weg gemacht und waren ca. um 8 Uhr startklar am Parkplatz vom Holdsworth roadend.

Wir hatten jeweils 2 kleinere Wanderrucksäcke dabei. Diese waren gefüllt mit 4x 1 Liter Wasserflaschen, einigen Sandwishes, Nüsse, Bananen und Energy Gels, jeweils Wechsel Longsleeve und Wechsel Laufhosen so wie unsere nötigen Ausweispapiere und Mobiltelefone. Falls mal wirklich was schief gehen sollte. Zudem haben wir dem Park Ranger, der seine Hütte in der Nähe des Parkplatz hat, über unser Vorhaben informiert. Trailrunning ist in Neuseeland keine Seltenheit und wird daher mit einem Kopfnicken abgesegnet.

Den Wanderrucksack habe ich mir eng um die Schultern und Hüften geschnallt, sodass er beim Laufen nicht hin und her schlenkert.

Trailrunning – los gehts

Die ersten 6 Kilometer ging es leicht bergauf. Unser Tempo haben wir schon zu Beginn gedrosselt, um das Energielevel zu halten. Ab dem 7 Kilometer ging es dann recht steil bergauf, bis auf 1000 Metern, zur Powell Hut.

Trainrunning Mount Holdsworth - Running the Trail

Hier haben wir dann unsere erste große Pause gemacht und uns zunächst gestärkt. Zudem hat uns die Aussicht von hier oben belohnt!

Trailrunning Mount Holdsworth - Aussicht Mount Holdsworth Hütte

Weiter ging es bis auf 1470 Metern Höhe auf den Mount Holdsworth. Hier bin ich wirklich beinahe verreckt. Ich bin nicht mehr gelaufen, sondern nur noch langsam gegangen, denn es war teilweise echt steil und man konnte sich nur noch an Büschen und Gräsern festklammern. Ganz ehrlich, bin ich mir nicht sicher, ob wir nicht schon wieder fernab des üblichen Weges waren. Das wäre zumindest nicht das erste Mal gewesen. Bei solchen Events folge ich immer blind dem Organisator – in dem Falle meinem Freund. Dann ärgere ich mich später, nicht selbst einen Blick auf die Karte geworfen zu haben. 😀
Aber auch hier hat uns schlussendlich die Aussicht vom Mount Holdsworth belohnt und alle Strapazen waren vergessen.

Trailrunning Mount Holdsworth - Aussicht Mount Holdsworth

Von nun an ging es nur noch den Grat entlang – die Höhenmeter waren geschafft! Die einzige Herausforderung waren schlammige Sektionen (muddy sections), die sich mit Laufschuhen nochmals schwieriger bewältigen lassen. Oh mein Gott, hab ich geflucht! 😀

Am Nachmittag gegen 16 Uhr sind wir dann allmählich wieder unten angekommen. Erschöpft, müde aber überglücklich!
Nun haben wir uns erstmal im nahegelegenen Carterton den Bauch vollgeschlagen.

Übers Trailrunning und warum es mich begeistert

Trainrunning Mount Holdsworth - Passieren einer HängebrückeWas mich am meisten am Trailrunning fasziniert, dass anders als bei normalen Laufen, so viel mehr Muskeln aktiviert und man die Möglichkeit hat, durch wunderbare Landschaften, fernab der Stadt, zu laufen.
Fast spielerisch springt man durch die Landschaften, weicht hier einen Ast aus oder da einem Stein.
Es ist auch nicht so, dass man ständig läuft. Pausen, Gehen und Stehen sind erlaubt und wichtig. Gerade wenn es bergauf geht ist man kaum schneller als jemand der schnelleren Schrittes den Berg hoch wandert. Und um das Schnellsein geht es auch gar nicht.
Trailrunning macht Spass, es trainiert Körperpartien, die sonst nicht trainiert werden und es erfordert extrem viel Konzentration und Aufmerksamkeit.
Man aktiviert beim Trailrunning so viel mehr als sonst und tankt dadurch viel mehr Kraft und Energie.

Ich denke das Wichtigstes beim Trailrunning ist, dass du locker bleibst aber dennoch darauf achtest, wo du den nächsten Schritt hin setzt. Die Knie sollten niemals durchgedrückt sein – weder bergauf, noch bergab. Auch die Fersen setzt man weniger auf: Beim Bergauflaufen legst du dich leicht nach vorne, nimmst deine Arme als Antrieb zur Hilfe und setzt eher den Vorderfuß auf, anstatt die Fersen.
Auch beim Bergablaufen solltest du nicht den Berg hinunter rennen, auch wenn das manchmal verleitet. Denn die Gefahr, dass du stolperst, fällst oder gar den Fuß umknickst, ist um einiges höher beim Bergablaufen. Locker, langsam und bedacht, Schritt für Schritt den Berg hinter hüpfen, die Knie dabei locker und leicht gebeugt lassen. So hältst du deine Beine und Knie gesund.

Trainrunning Mount Holdsworth - Passüberquerung

Das war er, mein Bericht über mein erstes Trailrunning Abenteuer.
Generell kann man in Neuseeland sehr gut laufen, denn die Wege sind nicht all zu steil oder gefährlich. Zudem kommst du schnell überall hin, da die Entfernungen in diesem Land nicht so weit sind.

Wenn du Fragen zum Trailrunning hast, Kritik oder Anregungen, schreib mir gern einen Kommentar!

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