Fliegen in die USA und innerhalb der USA – Wie siehts aus mit Sicherheitskontrolle und Co?

Ich pendel nun schon seit einiger Zeit (seit September 2017) zwischen Europa und den USA hin und her. 
Während dieser Zeit sind mir viele Dinge aufgefallen, die einfach anders sind zum Fliegen in den Rest der Welt.
Dabei gehts weniger um das Fliegen an sich, als mehr um den Aufenthalt am Flughafen, die Sicherheitskontrolle, das Mitführen von Gepäck und wie die Amis generell mit dem Fliegen umgehen. Das die Sicherheitskontrollen in den USA schärfer sind als im Rest der Welt, ist eigentlich jedem bekannt. Ich hatte jedoch nicht vorher extra nachgelesen, wie genau die Sicherheitsbestimmungen sind, da ich annahm, es sei minimal schärfer. Ziemlich schnell wurde ich eines Besseren belehrt.

fliegen in den usa sicherheitskontrollen

Ich finde die Unterschiede sehr interessant und möchte hier gern meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen. Eventuell hilft es euch einigen Stress zu ersparen. Die Sicherheitsbestimmungen lassen sich ja überall nachlesen. Aber mir sind auch einige andere Dinge aufgefallen. Mehr dazu lest ihr jetzt hier.  

Mein erster Flug von den USA zurück nach Europa 

Während in Wellington in Neuseeland und generell in Neuseeland alles ziemlich entspannt ist und die Sicherheitskontrollen eher (noch) lapidar sind, war mein erster Flug (und der zweite und dritte) von den USA zurück nach Europa purer Stress. Es war sogar so viel Stress, dass ich beim ersten Mal meinen Laptop am Security Check vergessen habe und es mir erst zu Hause bei meinen Eltern aufgefallen ist. 😀
Durch ziemlich viel emailen und rumtelefonieren mit der TSA (Transportation Security Administration) und einige Formulare später, habe ich ihn dann zurück bekommen. Das Ganze hat mich etwa 350 € gekostet, um das Ding wieder nach Deutschland zu bekommen. Das wertvollste waren die Bilder aus Neuseeland, die ich zu der Zeit noch nicht wo anders gesichert hatte. Und zu dieser Zeit war ich auch noch nicht so oft in den USA unterwegs wie heute. Sonst hätte ich den Aufwand wahrscheinlich nicht betrieben. Ich kann also niemanden empfehlen das nachzumachen! 

Was ist passiert?

Ich war einfach mega überfordert von der Sicheitskontrolle:

  • Neben dem Auspacken von großen elektronischen Geräten wie Laptops und Touchpads (wie du es von allen anderen Sicherheitskontrollen her kennst)
  • dem Auspacken von Flüssigkeiten – bis zu 1 Liter darf insgesamt mitgeführt werden, max 100 ml pro Gefäß, keine gefüllten Trinkflaschen, (was du auch von anderen Sicherheitskontrollen her kennst)
  • muss man in den USA auch die Schuhe ausziehen und alles was aus Metall ist ablegen
  • dann gehts ab in den X-Ray Scanner (das darf man auch ablehnen und bekommt einen normalen Bodycheck)
  • Zusätzlich muss man sein gesamtes Gepäck (ich hatte 2 Handgepäckstücke + drei Boxen) noch selbstständig weiter schieben.

Wenn man dann noch blöd guckt und KEIN freundliches Gesicht macht, dann ziehen dich die lieben Sicherheitsbeamten erst recht nochmal zu einem Extra-Check zur Seite. Puh! In all dem Stress, habe ich meinen Laptop einfach am Band liegen lassen. 

Fliegen in den USA – was ist noch anders 

Das Thema Sicherheitskontrolle in den USA ist also schon mal ein Thema für sich. 
Was mich am meisten irritiert ist, dass man sein ganzes Zeug selbständig weiter schieben muss. Das Fließband startet an manchen Flughäfen (wie Denver) erst unmittelbar vor dem Scanner. Es ist anstrengend alles im Auge zu behalten.  

Noch zudem sollte man in den USA freundlich bleiben und all die Strapazen kommentarlos und mit freundlichem Gesicht hinnehmen. Wahnsinnige anstrengend für uns Deutsche – wo wir doch die Weltmeister im sich beschweren sind! 🙂 

Des Weiteren ist Widerspruch und Hinterfragen strengsten untersagt.
Sobald du etwas in Frage stellst, was ein Sicherheitsbeamter dir mitteilt und du nur den kleinsten Widerspruch, sei es noch so nett und süß, äußerst, wird militärisches Verhalten an den Tag gelegt: “Did you hear, what the lady just said to you?!” 
Ok ok, ich übertreibe ein wenig aber manchmal ist es schon so. 

Fliegen ist wie Busfahren

Für die Amerikaner ist Fliegen einfach Alltag und sie gehen ganz anders damit um als wir Europäer. Während wir bei uns eher den Bus, den Zug oder das Auto nehmen um von einem Bundesland ins nächste zu kommen, nehmen die Amis den Flieger. Das ist natürlich aufgrund der Größe der Vereinigten Staaten nicht verwunderlich. Fliegen ist einfach weniger zeitaufwendig. Viel mehr Amis genießen Priority Status und tummeln sich in der ersten Klasse.  

Auch der Vergleich mit dem Bus trifft es gut: Sobald die Amis ein Flieger besteigen, beschäftigen sie sich wieder mit persönlichen Dingen wie Essen, Schlafen, Musikhören usw. Während unsereins, als Wenigflieger mit vermeintlicher Flugangst, aufgeregt hin und her hibbelt und versucht die nötigsten Infos aus den Sicherheitsanweisungen abzuspeichern.
Das die Amis das Thema Sicherheitsanweisung kaum beachten, habe ich übrigens schmerzlich bei der Airline Southwest bemerkt. Während ein Flugbegleiter bei der Demonstration der Liveweste einfach nur “blabla, blabla, blabla … you know” von sich gab, erstarb bei mir die Hoffnung, dass diese Anweisungen wirklich etwas bringen könnten. 

Der einzige Flughafen, der in Deutschland annähernd an die Standards in den USA herankommt, ist der Flughafen Frankfurt am Main. Alle anderen deutschen Flughäfen sind im Vergleich zu amerikanischen Flughäfen eher Haltestellen. 
So besitzt fast jeder größere Flughafen in den USA, Züge, die einem von einem zum nächsten Terminal bringen. Auch in Sachen Entertainment und Food, haben die US Flughäfen die Nase vorn. 

Einreise in die USA aus Schengen Ländern

Bei meiner ersten Einreise mit dem Besucher Visum (Esta Visum gilt nur für 3 Monate am Stück), habe ich einige Fehler in der Strategie gemacht. Ich war zu deutsch! 😀 

Schon bevor man überhaupt zum Check-in Schalter kommt, wo man sein Gepäck aufgibt und das Ticket ausgestellt bekommt (klassischer Weg), empfangen ein freundlicher Airline Mitarbeiter für eine Kurzbefragung. Von “Was machst du in den USA”, über “planst du etwa Kriminelles”, bis hin zu “führst du eine Beziehung mit jemanden, der in den USA lebt”, ist alles dabei. Bei einigen Fragen, die ich einfach zu persönlich fand, ist mir fast der Kragen geplatzt. Wie ich halt so bin, habe ich das den überaus freundlichen Airline Mitarbeiter auch spüren lassen. Dafür hat er mir einen Aufkleber mit einer Extra-Sicherheitskontrolle auf meinen Reisepass geklebt. 
Ich durfte also an jedem Zwischenstop nochmals eine kleine Extra-Kontrolle abstauben, in der wieder einige Fragen gestellt wurden. Auch mein gesamtes Handgepäck durfte ich aufmachen und auspacken damit es auf Sprengstoff untersucht werden konnte. 

Übrigens kontrollieren die Sicherheitsbeamten aufgegeben Gepäckstücke nochmals extra, ohne vorher zu fragen. Es werden Koffer (notfalls auch gewaltsam) aufgemacht und durchsucht. Am Ende weist ein kleiner Zettel der TSA daraufhin, wenn überhaupt. Schon oft war es so, dass ich meinen Koffer nochmal extra verschlossen hatte. Am Ende des Fluges war das Schloss weg. Es gibt wohl sogenannten TSA Schlösser, bei dem die Beamten einen extra Schlüssel dazu haben. Sollte ich mir überlegen… 
 
Angekommen in den USA muss man, wie jeder Nicht-US-Bürger durch den Zoll (customs) und sich das Visum abstempeln lassen. Guess what? Auch hier wieder Fragen zum Jobstatus, wie lange man plant in den USA zu bleiben, was man da vorhat usw.
Jeder Sicherheitsbeamte kann übrigens selbst entscheiden, wie lange er dir die Einreise gewährt. Bist du freundlich und beantwortest die Fragen schnell und widerstandslos, sind sie meist auf deiner Seite und gewähren dir den Aufenthalt, so lange, wie du es vorgesehen hast (Vorraussetzung sind natürlich die Visa Bestimmungen). 

Mein Fazi ist also:

Bleib in jeglichen Hinsicht – sei es in den Kontrollen als auch im Flieger selbst, neutral und freundlich. Dann gehen die Checks schneller und stressfreier von Statten und du wirst wiederum freundlich behandelt. Erlaube es dir nicht zu Hinterfragen und selbst Gegenfragen zu stellen, die da nicht hingehören. Denn das kann zu Umwegen im Check Prozess führen und bringt dir wiederum Stress.

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