Reisebericht: Backpacker-Paradies Goa – eine Traumreise nach Anjuna

Auch wenn meine Reise nach Goa schon etwas länger her ist, so ist sie dennoch sehr präsent und noch immer zehre ich an den tollen Erinnerungen. Goa hat mir unheimlich viel mitgegeben – Lebensfreude, Mut, Kraft und wenn auch nur ein wenig davon, Indien!

Reisebericht Goa - Anjuna Beach Kühe

Schon immer fand ich Indien faszinierend und eine so ganz andere Welt, zu unserer westlichen. Goa ist leider oder auch zum Glück, nicht ganz wie das sonstige Indien. Denn als einzige, ehemals portugiesische Kolonie, genießt Goa mehr Reichtum, weniger Chaos und westlichen Einfluss. Besonders beliebt ist es bei alten Hippies, die es in den 60 Jahren als „Endstation Sehnsucht“ von Europa über den Landweg aufgesucht haben. Genau dieser Umstand macht Goa so wahnsinnig entspannt und beliebt bei Backpackern.

In diesem Beitrag möchte ich dir daher Goa – ins besonderes Anjuna als Perle für Backpacker vorstellen.

Wie kommt man nach Goa?

Anjuna GoaAnjuna ist das Mekka von Goa, wenn auch nicht die Hauptstadt – das ist Panaji.
Anjuna liegt direkt am Meer und ist bekannt für seine Goa Parties.
Von Europa zieht sich die Reise nach Goa etwas. Denn oft fliegt man über die Emirate (Katar, Dubai, Abu Dhabi) zunächst nach Mumbai und von dort aus mit einem Inlandsflug nach Dabolim / Goa. Von der Zeit ist man also zwischen 14 und 20 Stunden unterwegs. Die Haupt-Airlines sind Lufthansa, Etihad, Qatar Airways, Air India und Jet Airways India.
Ein Flug kostet je nach Wochentag und ausreichender Vorbuchung um die 500 – 600 € (return). Also recht erschwinglich für die längere Anreise. Fliegt man zur Regenzeit (Juni bis Ende September), wird es sogar noch günstiger.

Wie teuer ist die Reise innerhalb Goa?

Indien ist generell ziemlich günstig. Auch wenn Goa etwas höherpreisig ist, so ist es im Vergleich zu europäischen Verhältnissen ein echtes Schnäppchen.

Transport

Wir sind mal einen ganzen Tag mit dem Taxi auf Sightseeing Tour unterwegs gewesen und haben gerade mal 50€ gezahlt. Der Taxifahrer war dabei so etwas wie unser Chauffeur für den Tag.
Ansonsten haben wir die Zeit über in Anjuna gelebt und uns Motorräder ausgeliehen. Für eine Woche haben wir etwa 20 € pro Motorrad-Ausleihe gezahlt. Auch der Sprit ist sehr günstig.

Unterkunft

Die Unterkunft war ebenfalls super günstig. Wir haben in einer Anlage mit Bungalows und einem Restaurant gewohnt und für eine Doppelzimmer- Bungalow 110 € pro Woche gezahlt.
Hotelzimmer kann man sich ebenfalls gut leisten.

Essen, Ausgehen

Wie du schon siehst, lässt es sich mit wenig Geld in Goa sehr gut leben. Das hört beim Essen nicht auf. Gekocht haben wir nie. Das war in den Bungalows auch nicht möglich. Durch die Wärme lässt sich Essen nicht gut lagern. Wir sind jeden Abend in ein anderes Restaurant gegangen und haben uns durch die kulinarische Welt Indiens führen lassen. Ich hatte sogar meinen ersten (und bisher einzigen) Hummer in Goa probiert. Für ein richtig gutes und reichhaltiges Menü zahlt man hier gerademal 10€.

Was gibt es in Anjuna / Goa zu entdecken?

Angekommen sind wir zum Ende der Regenzeit. Überall war es sehr grün und ständig waren Libellen in der Luft, die durch die Luftfeuchtigkeit angezogen werden. Ich kam mir echt vor wie in einem kleinen Paradies!

Reisebericht Goa - Wochenmarkt MapusaAnjuna bzw. Goa generell ist ein sehr entspannter Ort. Die Zeit tickt hier etwas langsamer.
Dennoch kann man in Anjuna sehr viel machen.
Es gibt einige Wochenmärkte auf denen man von Schuhen bis über Schals und Saris alles findet.

Es gibt sehr viele Restaurants am Strand, die tagsüber Essen anbieten und Abends zu eine Art Club umfunktioniert werden. Hier finden nicht selten die Goa Parties statt. Plötzlich steigt mit diesen Parties aber auch der Drogenkonsum an. Meine Welt ist es nicht aber es war interessant, vor allem Inder mal zu sehen, wie sie auf Goa Trance abgehen.

Unsere Tage starteten immer sehr langsam und entspannt. Oft mit einem ausgiebigen Frühstück – mit frischem tropischen und lokalen Früchten, Lassie und anderen indischen Spezialitäten. Meistens ging es danach zum Strand oder auf Sightseeing Tour in kleine Städte wie Chapora oder Vagator.

An einem Tag sind wir mit unseren Motorrädern zur größeren Stadt Mapusa gefahren. Allein die Fahrt dort hin war ein reines Abenteuer! Denn der indische Highway ist bei weitem nicht so organisiert wie in den USA oder die Autobahnen bei uns. Hier wird eigentlich gefahren wie man will. Wenn man irgendwo vorbei oder abbiegen möchte, muss man sich mit Hupen bemerkbar machen. Kühen wird ausgewichen, egal ob da gerade Platz ist oder nicht. Auch kann es passieren das Hunde auf dem Highway herumlaufen. Geregelte Fahrspuren sind ein Fremdwort – es gibt eigentlich keine Fahrspuren. 😛

Reisebericht Goa - Mapusa Zentrum

Mapusa repräsentiert schon eher das normale Indien. Eine sehr geschäftige, laute und überfüllte Stadt. Wir waren fast einen halben Tag auf dem dortigen Markt, weil wir stundenlang mit den Händlern verhandelten. Man setzt sich dann gemeinsam hin und diskutiert um den Preis. Wie schon gesagt, die Uhren ticken hier einfach anders!

Reisebericht Goa - Old Goa katholische KircheWeiter im Norden liegt Old Goa (Velha), damals die Hauptstadt der portugiesischen Kolonie. Heute ist sie Welt-Kulturerbe und man findet hier sehr viel historische und katholische Bauwerke.  Auch Old Goa ist auf jeden Fall eine kleine Reise wert.

Was ist anders in Goa / Indien

Indien ist echt super schön aber doch ganz anders zu unseren europäischen Gewohnheiten. Daher möchte ich dir hier gern mal die Sachen aufzählen, die mir in Goa so aufgefallen sind. Zu anderen Teilen Indiens kann ich leider (noch) keinen Vergleich ziehen.

#1 Das Essen ist schwer verdaulich

Unser westlicher Magen hat zu Beginn einiges wegzustecken – sei es Bakterien, fremde Gewürze oder einfach das andere Klima. Zu Beginn unserer Goa Reise haben wir also alles was wir gegessen hatten, mit einem Schluck Rum nachgespült. Das mag dir jetzt vielleicht wie eine Ausrede zum Trinken vorkommen – einer unserer Mitreisenden hat diese Methode zu Beginn nicht angewandt. Zack hatte er sich eine Lebensmittelvergiftung eingefangen und 2 Tage das Bett hüten müssen. 😀 Tja, so schnell kann das gehen!

#2 Die Nutzen kein Klo Papier

Zu Beginn war ich geschockt: neben der Toilette stand ein Eimer Wasser und ein kleiner Schaufeleimer – von Toilettenpapier weit und breit keine Spur. Wie machen die das? Auf Nachfragen bei unserem Host, erzählte der mir, dass man in Indien nur die rechte Hand zur Kommunikation und zur Begrüßung benutzt. Die linke Hand ist unrein und dient rein hygienischen Zwecken. Darüber sollte man am Besten nicht weiter nachdenken.

#3 Alle fahren wie sie wollen

Reisebericht Goa - Mapusa Motorbike

Wie oben schon erwähnt, fahren alle irgendwie, wie es gerade passt. Es gibt keine richtige Ordnung auf den Straßen. Das Tempo ist daher auch nicht so schnell wie bei uns. Auf Indiens Straßen passieren aber dennoch weit mehr Unfällen als bei uns. Wen wundert es!

#4 Kühe sind heilig

Reisebericht Goa - Anjuna Beach KuhDas Kühe in Indien heilig sind, ist sicher nichts Neues für dich. Aber das sie so heilig sind, dass man sogar einen Verkehrsunfall riskieren würde…
Wie bereits vorher erwähnt, fährt jeder irgendwie so, wie es für ihn am Besten ist – Hauptsache er kommt durch. Sobald eine Kuh auf dem Highway (!) auftaucht, fahren alle im hohen Bogen um diese Kuh herum, während diese in aller Seelenruhe von einer Straßenseite auf die andere wechselt.
Es gibt sogar Kühe am Strand, da sie einfach überall rumlaufen dürfen und keiner sie einsperrt.

#5 Hunde sind wild

Es gibt in Goa das Animal Rescue Programm bei denen wilde Hunde geimpft und kastriert werden um die Geburten einzudämmen. Man erkennt sie an einem ausgetanzten Dreieck im Ohrläppchen. Dennoch sind die meisten von ihnen eher wilde Geschöpfe die frei herum laufen. Tagsüber stört das niemanden – sie chillen am Strand und sind die liebsten Wesen der Welt.Reisebericht Goa - wilde Hunde

Doch Nachts werden sie zu Bestien. Dann wird es kühler und sie werden aktiv, finden sich in Rudeln zusammen und können richtig gefährlich werden. Ein paar mal sind wir mit unseren Motorrädern an einem Rudel vorbeigefahren, welches uns dann noch über mehrere 100 Meter kläffend verfolgt hat.

#6 Kopfschütteln bedeut nicht „nein“

Das erste was auffällt, ist das viel Inder bei einer Unterhaltung den Kopf schütteln. Das heißt aber nicht nein, gleichzeitig aber auch nicht unbedingt ja. Mein Freund, ebenfalls Inder, erzählte mir mal, dass es eine Form der Zustimmung sei. Du könntest jedoch zwei gegensätzliche Fragen stellen, die man zum einen mit „ja“ und zum anderen mit „nein“ beantworten sollte und würdest in beiden Fällen ein Kopfschütteln bekommen. 😀

Eine Reise nach Goa lohnt sich also allemal, wenn man sich um weniger Luxus keine Gedanken macht aber sich von Indien einfach einfangen lassen möchte. Es ist atemberaubend schön: Sei es die Landschaft, die Gegensätzlichkeit, die Menschen oder das Karma. Ich hoffe ich werde bald noch viel mehr von diesem Land sehen können. Auf jeden Fall werde ich dann hier berichten!

Ich hoffe dir hat mein Reisebericht über Goa gefallen. Solltest du Fragen haben oder wichtige Informationen vermissen, schreib mir gern in den Kommentaren.

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