Kündigen für eine Backpacking Reise (nach Neuseeland) – warum, wieso, weshalb?

kündigen für eine backpacking reise

In diesem Beitrag möchte ich euch nun erzählen, warum und wie ich damals meinen Job gekündigt habe und nach Neuseeland gereist bin. Viel interessanter ist sicherlich für euch, was man alles beachten muss, wenn man einfach so seinen Job kündigt:

  • Muss ich mich dann gleich arbeitslos und somit arbeitssuchend melden?
  • Wie ist das mit der Sperrfrist?
  • Wie finanziere ich mich, wenn ich noch nicht groß gespart habe?
  • Bekomme ich nach meiner Reise gleich Arbeitslosengeld?
  • Und wie viel Geld eigentlich?

All diese Fragen möchte ich jetzt hier beantworten!

Warum hast du eigentlich gekündigt?

Kurz mal das Warum abklären, denn das ist sicher für den eine oder anderen / die ein oder andere ein kleiner Motivationsschub es vielleicht selber zu machen, wenn man drüber nachdenkt aber sich noch unsicher ist.

Kündigen für Reise - Ausblick Mount Ruapehu Neuseeland

Ich habe kurze Zeit, bevor ich gekündigt habe, mit meinem damaligen Freund eine Auszeit von der Beziehung vereinbart (Pfft…Auszeit, funktioniert nie, denkt ihr euch jetzt vielleicht aber das ist ein anderes Thema 😉 ).
Ich spürte nach einigen Tagen Leere und Gedanken wie „OMG, was hast du getan!“, ein Gefühl der Freiheit in mir aufkeimen und das wollte ich behalten und zu 100 % auskosten.
Im Gespräch mit einer Freundin, habe ich mehr zu mir selbst gesagt, dass ich doch schon immer mal wieder ins Ausland wollte, warum ich das nicht einfach mache? Und sie meinte so ganz cool „Ja!, Warum machst du das nicht einfach?!“ Dieser Zuspruch hat mich plötzlich so bestärkt und ich hab mir gedacht, dass ich eigentlich nur meinen Job kündigen müsste. Ich stand da eh nicht so drauf! Weniger wegen dem Beruf an sich, als mehr wegen dem Arbeitgeber. Wieder ein anderes Thema… 😉

Bevor ich alle anderen Fragen von oben kläre, möchte ich auf diese eingehen, denn die war für den endgültigen Entschluss, sehr wichtig für mich:

Wie finanziere ich meine Reise, wenn ich noch nicht groß gespart habe?

Ich habe mir also zunächst Gedanken gemacht, was ich machen will und wie ich Geld in meine Reisekasse bekomme. Auf die Seite hatte ich etwa 3000 Euro angespart. Ich hab also in den 4 Jahren Arbeiten noch nicht groß gespart gehabt. Ging nicht: Da musste eine Wohnung her mit Möbeln, als Trainee und Junior bekommt man gerade mal das, was man monatlich auch wieder ausgibt. Die 3000 € kamen dann nach 2 Jahren mit der normalen Mangager Postion zu Stande.

Da ich noch 30 war, hab ich mich schlau gemacht, wie es mit Work and Travel bei mir noch aussieht? Denn damit kann ich Reisen und Arbeiten – das wäre doch perfekt!
Die Antwort: Außer in Kanada (bis zum 35ten Lebensjahr möglich) kannst du das Work and Travel Visum für die typischen Länder wie Australien, die USA und Neuseeland bis zum 30ten Lebensjahr beantragen und darfst bis zum 31ten Lebensjahr einreisen.

Meine Entscheidung:

Nach Kanada wollte ich noch nicht, die USA hat mich nie gereizt, in Australien war ich schon und nach Neuseeland wollte ich schon immer mal. Die Entscheidung stand also fest.
In Neuseeland einen Job zu finden, sollte nicht schwieriger werden als in Australien, dachte ich mir. Bekomme ich hin. Bekam ich auch hin!

Die Finanzierung stand im Kopf also auch:

Flugticket und alles drum und dran wird vom Ersparten bezahlt, dann hätte ich noch etwa 1-2 Monate zum Leben (ca. 800€ bis 1000€ pro Monat) und dann würde ich einen Job suchen. Oder auch schon vorher.
Hier muss ich kurz einlenken: Leute, ganz so naiv sollte man eigentlich nicht denken! Aber damals wollte ich nur weg, raus, chio! Und irgendwie habe ich meinen Weg ja auch gut gemeistert!
Dennoch, eine gesunde Planung und auch Worst-Cases einplanen, sollte man immer vorher machen! Egal wie verlockend das Ganze ist.
Hier findest du übrigens eine Übersicht mit Working Hostels in Neuseeland. Und hier findest du eine Übersicht zu Lebensunterhalts-Kosten in Neuseeland.

Muss ich mich dann gleich arbeitslos und somit arbeitssuchend melden?

Die Entscheidung stand fest. Ich habe mit dem Gedanken, mich noch vor der Reise arbeitslos zu melden, ziemlich bald gekündigt. Meine Kündigungsfrist war auf 3 Monate festgelegt. Also war noch genug Zeit alles für die Reise zu planen. Ich wollte mich auch unbedingt vorher arbeitslos melden, da ich dies aus wenigen Quellen im Netz so mitbekommen hatte, dass es besser wäre.

Die Ganze Sache hatte ziemlich bald einen großen Haken!

Meinen Flug habe ich als erste ToDo gebucht, damit ich mein Visum beantragen kann. Arbeitslos wollte ich mich erst danach melden. Ich hatte ja noch 3 Monate…

Als ich mich dann tatsächlich arbeitslos melden wollte, kam die Retourkutsche. Ich hatte meinen Flug nämlich so gebucht, dass ich noch vor meiner offiziellen Arbeitslosigkeit nach Neuseeland geflogen bin – sprich noch während meines Resturlaubs.
Brav wie ich bin, habe ich das dem Arbeitsamt auch noch so gesagt. Damit meinten die dann zu mir, dass ich mich dann nicht arbeitslos melden kann, weil ich dem Land keinen einzigen Tag als Arbeitslose zur Verfügung stehen werde. Uff! Und nun?
Tja, meinte die gute Frau, genießen Sie ihre Reise und kommen sie nach ihrer Reise wieder zu uns. Dann schauen wir weiter!

Damit kommen wir zu den nächsten Fragen, die nun noch wichtiger werden:

Wie ist das mit der Sperrfrist?

Die Sperrfirst von 3 Monaten vergeht so oder so, auch wenn du dich jetzt nicht arbeitslos meldest oder melden kannst. Sprich: du kündigst, bist dann nach deinem Arbeitsvertrag arbeitslos, gehst 3 Monate ins Ausland, kommst zurück und die Sperrfrist ist abgelaufen.

Bekomme ich nach meiner Reise gleich Arbeitslosengeld?

Bewilligungsbescheid ArbeitslosengeldJein! Wenn du dich vor deiner Reise noch nicht arbeitslos gemeldet hast und den Antrag auf Arbeitslosengeld noch nicht ausgefüllt und diese noch nicht bearbeitet wurde, dann bekommst du noch kein Geld.
Denn man muss sich nun jetzt erst mal um alles kümmern – sprich persönlich beim Arbeitsamt vorbei schauen und sich arbeitssuchend melden. Dann füllt man das Formular auf Arbeitslosengeld aus. Das Formular kann man auch online hier ausfüllen und abschicken.

Aber ich muss sagen, dass ganze Prozedere ging relativ schnell und reibungslos. Das hatte ich mir schlimmer vorgestellt.

Der Tag an dem du dich arbeitssuchend gemeldet hast, ist der Stichtag für dein Arbeitslosengeld. Egal, wann dann dein Antrag auf Arbeitslosengeld eingegangen und bewilligt wurde, du bekommst ab diesem Tag (erster Tag arbeitsuchend) das Arbeitslosengeld (Voraussetzung, dass du keine Sperrfrist (mehr) hast) rückwirkend auf dein Konto überwiesen.

Und wie viel Geld eigentlich?

Das Arbeitslosengeld bemisst sich an deinem Verdienst und wie lange du vorher gearbeitet hast. Du musst in den vorangegangen zwei Jahren mindestens zwölf Monate in einem versicherungspflichtigen (Arbeitslosen- und Sozialversicherung) Arbeitsverhältnis gestanden haben. Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich nach deinem Einkommen, der Steuerklasse und Familienverhältnissen. Ich habe damals 60 % von meinem monatlichen Verdienst bekommen.

Das war eine gute Summe, so mal ich damals kurze Zeit bei meinen Eltern untergekommen bin. Ich war nicht lange arbeitslos aber ich wollte einfach die Sicherheit haben und mir wieder eine kleine Basis aufbauen.

Ich bin also eine von wenigen, die das mit dem Arbeitslosengeld erst nach der Reise geregelt hat. Es hat dennoch geklappt. Ich hatte eine Verzögerung von etwa 1,5 Wochen, was echt zu verschmerzen war. Sollte dir auch so was Dummes passieren, wie mir (zugegeben aus Naivität und Unwissenheit), dann gebe dem Arbeitsamt dennoch vorher Bescheid. Denn dann machen sie sich Notizen dazu und können dir auch nochmal genau sagen, was zutun ist.

Auch wenn die deutsche Bürokratie mich manchmal echt nervt, können wir auf der anderen Seiten auch froh sein, dass wir in Deutschland so gut abgesichert sind. Im Endeffekt regelt sich alles irgendwie.

Ich wünsche dir auf jeden Fall sehr viel Spass auf deiner Reise! Genieße es und mach dir nicht zu viele Sorgen oder Gedanken über danach. Alles wird gut werden! 🙂

Solltest du noch Fragen haben, schreib mir gern hier in den Kommentaren oder auch über meine Facebook Seite.

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